5 07 2009

Es war die katastrophe!!

okay, ich neige ein wenig zur uebertreibung. Aber schön war das nicht!! wir wollten gestern wie gewohnt zur arbeit fahren und es fing schon so langsam an zu nieseln. Da wussten dann die meisten schon ,was die stunde geschlagen hatte. Denn, wenn es feucht ist und die sonne nicht scheint sind zwar keine bremsen (juhu) aber dafuer in milliardenfacher ausfuehrung die Knotts am start! So auch gestern. Wir luden die boxen an der hygge aus und ein jeder war eigentlich schon damit beschäftigt wild um sich zu schlagen um der lage herr zu werden- aber ergebnislos. Na gut, wir probieren es mal mit arbeiten….manuel und ich blieben an der 1. einstiegsstelle und der rest fuhr noch ein bisschen weiter, aber schon nach wenigen minuten, waren wir psychisch so kaputt und das gesicht und die hände zerstochen, dass ich veit anrief und sagte er solle auf der stelle umdrehen und uns evakuieren!!! das machte er auch, doch leider dauerte es zu lange. Ich hatte sogar ein fliegen- und mueckennetz ueber dem kopp, doch das half auch nicht richtig. Unter anderem hatte ich dann sogar unterm tshirt alles voller stiche!!!! immer entlang am guertel!! Also brachen wir diesen arbeitstag um 8 uhr ab und fuhren in windeseile wieder richtung gäddede, um dann frisch geduscht in richtung strömsund aufzubrechen. Was wir allerdings fuer sonnabend geplant hatten.

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Dann kam noch so eine hiobsbotschaft! Matze-peng und bernd ”ulfsson” hätten gekuendigt und das team strömsund steht somit ohne fahrer da und ich solle doch schnell mal jmd. Nach vågdalen / strömsund delegieren. Juti, rasch ausgelost- aber der verlierer wollte dann nicht und so erbarmte sich masterplanter veit ein weiteres mal! Na die stimmung war auf null und wir ab nach strömsund! Dort angekommen erstmal zum obligatorischen ”dollarstore”besuch und dann in die ”innenstadt”,hahaha, bissl shoppern! Kerstin und ich auch gleich noch aufs arbeitsamt und uns beraten lassen ,wie es denn aussieht, wenn wir im herbst dann kein job mehr haben, usw. Dann veit nach vågdalen gebracht, kurz mit onkel lutz ludo gequatscht und ab ging die post richtung gubbhögen und dem cafe piratnästet. Dort gibts leckere torten und sehr starken kaffee- ich konnten noch den halben abend ein lied von singen! Torte war gut, die gespräche lustig- schöner tagesausklang!

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In gäddede angekommen noch schnell zu moni und ole, wo wir die blumen giessen während die beiden in den urlaub fahren!

Am sonnabend waren wir dann ab den fruehen abend wieder in vågdalen. Ein wenig vorgluehen. Wir hatten gehört,dass es ein punkkonzert geben sollte- da wollten wir nicht fehlen. Stellte sich aber als schuelerband raus und so tranken wir den ganzen abend und wurden noch zu einer hochzeit eingeladen. Das war sehr witzig, ein jeder war gut unterwegs und zu später stunde wurde der schnaps rausgeholt und alles war schöööön! Ja, ok, wir waren voll, aber den vogel schoss thimo ab!! er probierte sich an kautabak aus und den rest weiss er bestimmt nicht mehr….halb 4 morgens waren wir dann wieder in gussvattnet / gäddede!

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Heute wollten wir planten, aber die bremsenpest und der alkoholbedingte schlafentzug taten ihr uebriges dazubei, dass es nicht mehr als 14 boxen wurden bei mir!!!





28 06 2009

Martin rief und wir kamen! Und so wanderten wir mit ihm, und seinem sohn gestern zu seiner sommerhuette ins fjäll. Obwohl fjäll vielleicht uebertrieben ist. Es gab ja noch bäume und sträucher etc.. es hätte alles so schön werden können….das wetter war top! Sonne satt, 25 grad , kein wind, herrliche aussicht! Aber milliarden muecken und bremsen und stechfliegen wollten nur eins: unser blut!! und so war der etwa einstuendige weg hoch zur huette eine wahre abwehrschlacht mit mehreren schichten antimueckenmittel, welches immer wieder aufs neue aufgetragen wurde in der hoffnung es hilft….

aber es gab auch lichtblicken. z.b. Als wir eine schöne bärenspur auf unserem weg entdeckten ( vielleicht hofften wir ,dass der bär kommt und uns von fliegenden killern erlösst…).

Martin und co. (sein bruder mit frau) bauten an ihren huetten weiter und nach einer kaffeepause, die immer wieder von wildem mit-den-armen-fuchteln unterbrochen wurde, gingen wir zwei auf tour uns das fjäll zu erkunden. Die hammertour schlechthin! Durch dichtes gestruepp, hochmohre, an seen und kleine fluesschen entlang auf die berge zu. Zwischendurch immerwieder eine pause um zu trinken oder das tshirt nass zumachen oder mueckenmittel nachzulegen. Kurz vor der baumgrenze dann etwas braunes grosse vor mir! Ein elch! Ich kerstin rangeholt und justamente bewegt sich der zweite bursche im unterholz! Wir hatten gegenwind und so konnten die elche uns weder hören noch riechen! Nach ner weile gingen wir weiter und 200m weiter dann der 3. im bunde! Nur 50m von uns entfernt. Stand da und glotzte. Nach ein paar fotos ging er seiner und wir unserer wege. Auf dem vorgipfel dann päuschen im wind mit entlich freiem oberkörper und restschneedusche!!! fantastische aussicht!!! auf dem rueckweg noch die dame zum baden geschickt und dann hiess es auch schon lecker essen in der urigen huette. Kartoffeln, sill (hering), käse, bier und akvavit respektive brännvin! Dort konnte man leicht versumpfen, aber wir gingen dann besser. Es war ja auch schon 19uhr durch und wir hatten ja noch einen fast 1 stuendigen abstieg durch mueckenverseuchten wald zu bewältigen….

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23 06 2009

Mittsommer ist vorbei und wir sind wieder ausgenuechtert!! naja, so schlimm wars niccht, aber es wurden schon ein paar angenehme getränke gereicht. Wir wollten ja nur mit den kollegen ein wenig beisammen sitzen , aber da corinna und mike auf ihrer schwedentour doch schneller bei uns waren als erwartet, waren die beiden dann mit von der partie. Das brachte dann nochmehr schwung in die sache und es wurde viel gelacht und erzählt. So gegen 2 morgens fuhren die jungs zurueck nach gäddede, aber das tat der stimmung keinen abbruch und so erlebten wir noch den ”sonnenaufgang” so gegen halb 4. wenn man das sonnenaufgang nennen kan, da die ja nicht untergeht….

am sonntag dann schön fruehstuecken und dann machten wir uns auf zum hällingsåfallet, das wusste den beiden neuruppinern zu gefallen. Das wetter spielte mit und es wurden viele fotos geschossen. Dann war es ander zeit zum sport zu gehen, also schön 1,5 std. Gepumpt während die mädels im ort unterwegs waren und eis assen. Wieder zuruck in gussvattnet, kaffee trinken vorm haus in sonne und gras! Den abend liessen wir mit u.a. Fisch und kuehlem bier ausklingen.

Am nächsten morgen machten wir uns auf zur arbeit und die beiden reisenden nach sundsvall.

Auf der fahrt zur hygge begruesste die jungs und mich dann endlich mal wieder ein elch. Leicht verdattert stand er am strassenrand und guckte verdutzt.

Heute kam es zum ersten organisierten angriff der ”knott” genannten stechfliege oder kribbelmuecke auf uns arbeitende bevölkerung. Das war krass, zwischendurch dachte ich wiederholt ans aufhören und ”was tut man sich hier an!”. Aber durchgehalten haben wir alle! Kollege basti machte seinen ”LORD” und uebersprang damit gleich den ”MASTER”. Fuer den lord pflanzt man 100 boxen in 11 stunden und fuer den master 80 in 9 stunden. Glueckwunsch! Mir war ja letztes jahr nur der master vergönnt! Aber dadurch, dass ich dieses jahr die ”vorarbeiter-position” innehabe ist nicht so viel zeit zum exsessiven planten! Und das beste stueck der saison ist mit heute dann auch weg, aber anyway! Oder auf schwedisch: fan också!!!!

CIMG3933 CIMG3935 P1000301 P1000245 P1000268 P1000287 achja, pumpen war ich mit mike auch noch–yes, 1,5 std. muckipower!!!!!!!!!!

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unsere wohnung

14 06 2009





unsere mieze

11 06 2009





fotos der letzten 3 wochen

9 06 2009

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und hier wohnen wir jetzt! mit mietze und tollem ausblick. kaffee trinken auf der hygge darf natuerlich auch nicht fehlen! und der slogan zur eu-wahl…

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7 06 2009

Endlich wieder am start! Der rechner war zur reparatur, weil das cd-laufwerk nicht mehr ging. Daher auch keine neuigkeiten von mir. Aber nun gehts wieder los.

Wie glaube ich schon geschrieben startete die plantsaison im mai im ort hassela. Dort wars ganz gut, wieder prima eingeplantet. Aber dann kam die saisonaufgabe fuer mich- der ”vorarbeiterjob”! Jetzt habe ich 6 arbeiter zur verfuegung und hoffe ,dass die jungs ordentlich ranhauen… wir starteten also in Valsjöbyn, nahe der norw. Grenze. Dort hatten wir ein haus gemietet und die hyggen waren sehr gut und einfach- also prima voraussetzungen zum planten lernen! Bis auf die letzte hygge. Die war dermassen steil und langgezogen und die wege dorthin lang, dass selbst mir die puste ausging und die kilos purzelten! Aber trotzdem alles im zeitplan erledigt und ein teil der belegschaft hat sogar seinen ”Planter” gemacht- also an einem tag 50 boxen geplantet! Guter einstand, jetzt muss nur das niveau gehalten werden! Nebenbei hatten wir ein TV-Team vom MDR um uns herum, die eine Dokumentation ueber junge erwachsene, die im ausland der arbeitslosigkeit entfliehen wollen gedreht. Alles ein wenig stressig fuer uns, da vieles immernoch mal gedreht werden musste, weil die sonne falsch stand oder der ton schlecht war oder oder oder…. aber im grossen und ganzen ganz lustig. So konnte man ja doch mal hinter die kulissen der ”auswandererdokus” gucken. Der beitrag kam leider schon am 2.juni im mdr in der sendung ”Exakt”. Kann man aber gerne nochmal im internet im MDR-ARchiv gucken.

Gestern sind wir dann nach gäddede umgezogen und die jungs haben ihre wohnungen in beschlag genommen. Kerstin und ich hingegen verliessen gäddede in richtung Gussvattnet. Dort haben wir eine schöne wohnung auf einem bauernhof mit super aussicht und katze und kuehen gemietet! Toll! Jetzt wird fleissig ein und umgeräumt und kerstin kan ihre dekoideen umsetzen…

heute ist Europawahltag und wir werden unsere stimme warnehmen, da wir als ausländer/ arbeiter/ Touristen auch hier wählen duerfen. Bin ich ja mal gespannt. Gestern war schwedischer nationalfeiertag, aber alle oder die meisten feierten nicht, sondern freuten sich ueber einen tag frei. Es roch nach grill und die kiddies hopsten auf ihren trampolienen und der ein oder andere machte ausfluege. Apropo: die ersten deutschen Touries mit Wohnmobilen sind auch schon unterwegs…”juhu”!!!!!!





17 05 2009

auch bei uns in gäddede wird es so langsam fruehling. die sonne scheint und es sind unglaubliche 15grad!!!! da freut sich die kerstin und legt sich erstmal in die hängematte.CIMG3572

ich dagegen muss so gegen 17uhr meinen weg gen sueden, genauer nach Valsjöbyn, antreten. dort startet morgen dann das abenteuer Vorarbeiter. 5 deutsche männers wollen sich das planten beibringen lassen und kohle verdienen. na mal sehen wie das wird….





die gute alte kneipe im prenzlauer berg

13 05 2009

oder was davon noch übrig ist….

der artikel ist leider schon etwas älter, aber immernoch sehr aktuell. wo geht es hin mit der kneipenkultur? gibt es überhaupt noch kneipen wie zb.:  Bierlokal “Willi Bresch”? schön wäre es!!

hier der artikel:

Na, habt ihr euch verirrt?

Jenseits der Szene: die letzten Kneipen im Prenzlauer Berg

Das 1988 von der Berlin-Information herausgegebene Handbuch Sie wünschen bitte? Gaststätten in Berlin (gemeint war die „Stadt des Friedens”, also die Hauptstadt der DDR) dokumentiert eine untergegangene gastronomische Welt. Die Krusta-Stuben und Jägerheime, die „Nationalitätenrestaurants” wie das BUKAREST oder der USBEKISCHE GASTHOF in der Prenzlauer Allee, fast alle sind sie dahin oder brutal und geschmacklos renoviert worden, der Chimäre eines sogenannten Weststandards hinterherhechelnd. Ein besonderer Kahlschlag hat natür-lich im Szenebezirk Prenzlauer Berg stattgefunden. Die FEIERABENDKLAUSE in der Greifenhagener Straße, die BIERBAR VENEZIA in der Schönhauser Allee oder die traditionsreichen ALTBERLINER BIERSTUBEN am Senefelderplatz, die bis vor zwei Jahren mit ihrer bodenständigen Küche ein hauptsächlich schwules Publikum angezogen hatten, alle sind sie verschwunden, meist austauschbaren Szenekneipen gewichen, in denen man Milchkaffee trinkt, wo Kerzen auf den Tischen stehen und wo eine mäßige, meist überteuerte Bistroküche angeboten wird. Oder eine alte Gaststätte ist bis zur Unkenntlichkeit umgestaltet worden und hat mit dem alten Lokal nur noch den Namen gemeinsam, der GOLDENE ANKER etwa in der Greifswalder Straße oder das GRELL-ECK (Grellstr./Ecke Prenzlauer Allee).

Glücklicherweise gibt es aber noch einige wenige Kneipen, die nicht vollkommen verunstaltet wurden, Oasen im Prenzlauer Gebirge. Sogar in der hippen Oderberger Straße gibt es mit der GASTSTÄTTE „ZUM ODERKAHN” (Oderberger Str. 11) einen angenehmen Kontrapunkt. In der hübsch mit allerlei nautischen Requisiten dekorierten Kneipe scheint die Zeit stehengeblieben zu sein, und wenn am Sonnabend im Kiez das Szeneleben tobt, bleibt der ODERKAHN gleich ganz geschlossen. Die Kneipe in der Stahlheimer Str. 30 heißt direkt ZUR OASE. „Der internationale Frühschoppen ist beendet”, wird den Eintretenden um 22 Uhr beschieden. Aber ein Bier geht trotzdem noch und ein zweites wohl auch. Hier hat sich tatsächlich gar nichts verändert, außer dass man seit einigen Jahren mit DM bezahlen muss. In die Eurozeit wird sich die OASE wohl auch noch hinüberretten. Es gibt hier noch die alten DDR-Restaurant-Einheitsstühle, die sozialistische Variante des Bauhaus’, die scheinbar allerorten als besonders hässlich empfunden wurden und kurz nach der Wende weichen mussten. Die Kneipe scheint eine Art Nachbarschaftstreff zu sein. Auffallend viele ältere Frauen sitzen hier alleine an ihren Tischen. „Na Schätzchen, hast du keinen Hunger?” wird eine vom Wirt angesprochen, die ihren Eintopf nur halb ausgelöffelt hat. Das Speisenangebot ist für eine solche Kneipe bemerkenswert groß, Kohlrouladen gibt es, auch einen Putenbrustbraten. Der Wirt zeigt sich besorgt, dass seine Gäste gut nach Hause kommen, nicht ohne Grund, wenn, wie bei einer Frau, Suff und Gehbehinderung zusammenkommen. Auf der Toilette hängt ein Schild: „Bemühen Sie sich bitte um eine hohe Trefferquote”.

Auch im PRENZLAUER KRUG (Prenzlauer Allee 43) hat sich all die Jahre nichts geändert. Am 1. August können Hagen Rimpl und seine Frau ihr 25-jähriges Jubiläum als Wirtsleute des KRUGS begehen. Eine große Feier soll es aber nicht geben. Mehr und mehr bleiben die Gäste weg. Die Schuld gibt man den umliegenden Szenekneipen. Im KRUG kostet ein großes Berliner 2,80DM. „Wir sind die einzigen, die hier Miete zahlen”, meint die Wirtin. Groß ist die Fluktuation in dem Haus, das schon vor Jahren hätte saniert werden sollen, immer wieder verkauft wurde; im Hintergrund gibt es irgendwelche Alteigentümer – wahrscheinlich ist die Situation für den PRENZLAUER KRUG ein Glück. Durch die Kneipe dröhnen die Nachrichten eines der unsäglichen Berliner Privatsender: Die Schultheiss-Brauerei, so wird gemeldet, will ihre Produkte Aecht Patzenhofer und Engelhardt einstellen.

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Die GASTSTÄTTE WILLY BRESCH (Greifswalder/Ecke Danziger Str.) kann nicht über Besuchermangel klagen. Am frühen Sonntagabend sind in der geräumigen Gaststätte alle Tische besetzt. „Marie, der letzte Tanz ist nur für dich” singt Rex Gildo und animiert ein älteres Paar zum Tanz. Überhaupt ist der Altersdurchschnitt in vielen dieser Kneipen relativ hoch, die Zukunft ungewiss. Die GASTSTÄTTE WILLY BRESCH wurde sogar schon auf den „Berliner Seiten” der FAZ gewürdigt. Eine Prise „Trash” als gastronomische Gegenkultur können auch die Szene-Neuberliner vom Prenzlauer Berg ab und an gebrauchen. Für dynastische Kontinuität ist bei WILLY BRESCH immerhin gesorgt: Im nächsten Jahr übernimmt der Sohn von Inhaberin Ingrid Seibt.

So etwas wie eine säkularisierte Eckkneipe stellt das METZER ECK (Metzer/Ecke Saarbrücker Str.) dar, unangetastet die alte holzgetäfelte Stube. Das METZER ECK ist aber keineswegs die Trutzburg einer alteingesessenen Kiezmentalität. Auch Studenten und jüngere Leute fühlen sich hier wohl. Diese Öffnung hin zu einer Durchmischung des Publikums, einzige Perspektive der al-ten Eckkneipen, kennzeichnet auch das wunderbare LOHRENTZ-ECK (Greifswalder/Ecke Grellstr.). Man wird hier schnell freundlich aufgenommen, beim zweiten Besuch hat die aufmerksame Bedienung schon registriert, welcher Biersorte in dem umfangreichen Angebot man zuneigt. 0,5 l Falter – die Brauerei aus Hof ist sonst weit und breit nirgends vertreten – kosten nur 3,10DM. An der Einrichtung, den imposanten Lampen aus den sechziger Jahren etwa, haben sich die Wirtsleute des LOHRENTZ-ECK glücklicherweise nicht vergriffen, das Bier- und Spirituosenangebot wurde behutsam auf Westniveau gebracht. An Feiertagen, so wird erzählt, werden vom Haus immer die „furchtbarsten Liköre” spendiert. Da bleibt man dann doch lieber beim Falter. 89 % Bier, 10 % Schnaps und nur 0,4 % Alkoholfreies, will die BZ herausgefunden haben, die das LOHRENTZ-ECK 1998 enthusiastisch gefeiert hat („das kleine Glück”), werden dort im Tagesdurchschnitt ausgeschenkt.

Von der TONNE zum GASTHOF ZUR SONNE mutierte kürzlich die Kneipe an der Ecke Stargarder/Greifenhagener Straße, wahrscheinlich die einzige ohne Darkroom im Kiez. Die Erklärung: Die neuen Pächter sind zum alten Namen zurückgekehrt, der seit den dreißiger Jahren bis Anfang der Neunziger bestanden hatte und damals wegen einer „Schuldenübernahme” geändert worden war. Neben dem Eingang hängt ein großes Bild der Gethsemanekirche, zwei Männer werden gegen Mitternacht mit „Na, habt ihr euch verirrt?” begrüßt. Wie lange noch wird man sich im Prenzlauer Gebirge verirren können???

Florian Neuner





12 05 2009

so sieht das aus, wenn unsere hygge (das feld nachdem die bäume abgeholzt wurden) für uns planter vorbereitet wird: